Besuch von Bekannten, die aus Kiew flüchten mussten.

Am Sonntag, den 20. März bekam die Familie unseres Geschäftsführers Viktor Polischuk Besuch von drei Menschen, die aus Kiew flüchten mussten. Viktor möchte uns von diesem Besuch berichten.

blogbild ukraineLetzten Sonntag haben uns Olena Zhyliakov (42) und ihre zwei Töchter Alisa (13) und Katja (8) aus Kiew besucht. Sie sind gute Bekannte von uns und leben aktuell in Erfurt. Von dort kamen sie mit der Deutschen Bahn zu uns nach Schleswig-Holstein. Sie erhielten für diese Fahrt ein kostenfrei zur Verfügung gestelltes Ticket „HelpUkraine“.

Ende Februar flüchteten sie aus Kiew und kamen über Polen nach Deutschland. Seit Anfang März wohnen die Drei in Erfurt. Andrey, der Mann von Olena, musste in Kiew bleiben, da er die Ukraine, wie alle andere Männer von 18 bis 60 Jahre, nicht verlassen durfte.

Olena erzählte uns, dass sie und ihr Mann seit Anfang des Krieges nach einer Möglichkeit suchten, Kiew in Richtung eines sichereren Ortes zu verlassen – das gelang leider nicht. Nach einer Nacht im Luftschutzbunker war klar, dass sie schnellstmöglich aus Kiew fliehen müssen! Am 27. Februar erreichte sie ein Anruf der dortigen Kirchengemeinde: In drei Stunden soll ein Bus nach Lwiw (Westukraine) losfahren. Wenn sie es zeitlich schaffen, gibt es noch freie Plätze. Olena stand unter Schock! Sie wollte ohne ihren Mann nicht wegfahren. Aber Andrey bestand darauf, dass sie und die Kinder Kiew schnellstmöglich verlassen müssen. Sie konnten lediglich ein paar Dinge einpacken, die sie für die nächsten Tage dringend benötigen und schafften es gerade noch rechtzeitig zum genannten Treffpunkt.

Der Bus nach Lwiw (550 km von Kiew entfernt) benötigte mehr als 30 Stunden für die Fahrt. Die Autobahnen mussten wegen der möglichen Bombardierungen vermieden werden, so dass es hauptsächlich über Bundesstraßen zum Zielort ging.

In Lwiw wartete ein Volontär der Erfurter Gemeinde auf den Bus. Er organisierte einen Transfer nach Erfurt, wo Olena und ihre Kinder nach einer über zweitägigen Reise in Empfang genommen wurden.

Die drei Ukrainerinnen wohnen jetzt in einem Wohnheim und bekamen etwas Geld für die erste Zeit. Als einer der ersten Geflüchteten, hatten sie Glück im Unglück schnell und einfach diese guten Wohnbedingungen angeboten bekommen zu haben. Sie erhielten zusätzlich wichtige Sachspenden in Form von Bekleidung und Hygieneartikeln. Die Telekom stellte ihnen kostenfrei eine SIM-Karte zur Verfügung, mit der sie Kontakt zu Andrey und weiteren Zurückgebliebenen halten kann.

Olena betonte mehrmals, dass sie sehr glücklich sind, hier in Sicherheit zu sein. Sie ist den Deutschen sehr dankbar für die Aufnahme und Hilfe, die geleistet wurde.

CRM Solutions unterstützt Familie Zhyliakov mit 200,- EURO