Die technologische Basis vieler ERP- und HR-Systeme verändert sich aktuell grundlegend. Mit der Freigabe von SQL Server 2025 für Sage-Lösungen steht Unternehmen zwar eine moderne Datenbankplattform zur Verfügung – gleichzeitig zeichnet sich jedoch bereits eine entscheidende Veränderung im Lizenzmodell ab.
Was heute noch wie ein rein technisches Update wirkt, hat mittel- bis langfristig strategische Auswirkungen auf die Systemlandschaft, Skalierbarkeit und Lizenzkosten.
Dieser Artikel zeigt, was sich konkret ändert und worauf Unternehmen jetzt achten sollten.
SQL Server 2025 ist für Sage-Systeme verfügbar
Mit der offiziellen Freigabe durch Microsoft ist SQL Server 2025 ab sofort für zentrale Sage-Produkte einsetzbar:
✅ Sage 100
✅ Sage HR Suite
✅ Sage 50 Handwerk
Die technischen Voraussetzungen sind bereits erfüllt, sodass bestehende Systeme aktualisiert und problemlos auf die neue Version aufsetzen können. Für Unternehmen bedeutet das: Der Einsatz von SQL Server 2025 ist unmittelbar möglich – ohne Einschränkungen im laufenden Betrieb.
Die eigentliche Veränderung liegt im Lizenzmodell
Parallel zur technischen Freigabe verändert sich die Grundlage der SQL-Lizenzierung.
Microsoft hat entschieden, die bisherige Vereinbarung mit Sage zum 31. Juli 2026 zu beenden. Diese Regelung ermöglichte es Sage bislang, sogenannte Runtime- und Full-Use-Lizenzen direkt bereitzustellen.
Ab dem 01. August 2026 gilt:
❌ Keine neuen SQL Runtime- oder Full-Use-Lizenzen über Sage
❌ Keine Erweiterung bestehender Runtime-Lizenzen
❌ Keine Wartungsmodelle für diese Lizenztypen
Die Lizenzierung erfolgt künftig ausschließlich über das reguläre Microsoft-Modell und entsprechende Partnerstrukturen.
Was bedeutet das konkret für bestehende Systeme?
Zunächst die wichtigste Einordnung:
Für bestehende Installationen entsteht kein unmittelbarer Handlungsdruck.
-
Systeme laufen stabil weiter
-
Bestehende Lizenzen bleiben gültig
-
Es gibt keinen Zwang zur kurzfristigen Migration
Die Veränderung betrifft primär zukünftige Anforderungen und genau hier liegt die strategische Relevanz.
Wachstum wird zum entscheidenden Faktor
Unternehmen, die in den kommenden Jahren wachsen oder ihre Systemlandschaft erweitern möchten, sollten die Auswirkungen frühzeitig berücksichtigen.
Nach dem Stichtag im Juli 2026 gilt:
-
Zusätzliche Benutzer für Runtime-Lizenzen können nicht mehr hinzugefügt werden
-
Erweiterungen erfordern einen Wechsel auf das reguläre Full-Use-Modell
Das hat direkte Konsequenzen:
-
veränderte Kostenstruktur
-
komplexere Lizenzierung
-
höhere Anforderungen an die Planung
Wer zukünftige Bedarfe nicht rechtzeitig berücksichtigt, verliert an Flexibilität.
Indirekte Nutzung: Ein oft unterschätzter Aspekt
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Lizenzierung indirekter Zugriffe.
Microsoft schreibt vor, dass auch Systeme und Nutzer, die über Schnittstellen oder APIs auf Sage-Anwendungen zugreifen, lizenzpflichtig sind.
Das betrifft beispielsweise:
-
angebundene CRM-Systeme
-
Integrationen zu Drittlösungen
-
automatisierte Prozesse im Hintergrund
Diese Form der Nutzung wird in der Praxis häufig nicht vollständig berücksichtigt, kann jedoch erheblichen Einfluss auf die Lizenzierung haben.
Welche Handlungsoptionen haben Unternehmen?
Vor dem Hintergrund der kommenden Änderungen lassen sich drei typische Strategien unterscheiden:
1. Status quo beibehalten
Für Unternehmen mit stabiler Nutzung und ohne geplantes Wachstum kann es sinnvoll sein, die bestehende Struktur unverändert fortzuführen.
2. Zukünftigen Bedarf frühzeitig absichern
Unternehmen mit Wachstumsperspektive sollten ihren zukünftigen Bedarf bereits heute analysieren und entsprechende Lizenzen rechtzeitig einplanen.
3. Strategische Neuausrichtung prüfen
Für Organisationen mit steigenden Anforderungen kann ein Wechsel auf das reguläre Microsoft-Lizenzmodell oder eine modernere Architektur sinnvoll sein.
Welche Option die richtige ist, hängt stark von der individuellen Systemlandschaft und Unternehmensentwicklung ab.
Warum sich ein Upgrade auf SQL Server 2025 dennoch lohnt
Ein Umstieg auf SQL Server 2025 bedeutet vor allem, auf eine aktuelle und von Microsoft unterstützte Version zu setzen. Das schafft eine stabile Grundlage für den weiteren Betrieb und zukünftige Entwicklungen.
Gleichzeitig stellt die Nutzung einer modernen SQL-Version sicher, dass die eingesetzten Sage-Systeme langfristig kompatibel bleiben und ohne technische Einschränkungen weitergeführt werden können.
Gerade im Hinblick auf die kommenden Veränderungen im Lizenzumfeld kann ein frühzeitiges Upgrade dazu beitragen, die eigene Systemlandschaft strukturiert und zukunftssicher auszurichten.
Fazit: Jetzt planen statt später reagieren
Die Einführung von SQL Server 2025 ist mehr als ein technisches Update. Sie markiert den Übergang in eine neue Phase der SQL-Lizenzierung.
Auch wenn aktuell kein akuter Handlungsdruck besteht, wird eines deutlich: Planungssicherheit wird zum entscheidenden Faktor für die kommenden Jahre.
Unternehmen sollten daher frühzeitig klären:
✔️ Wie entwickelt sich der zukünftige Bedarf?
✔️ Welche Lizenzstrategie ist langfristig sinnvoll?
✔️ Welche Auswirkungen haben Integrationen und Schnittstellen?
Wer diese Fragen rechtzeitig beantwortet, vermeidet spätere Einschränkungen und schafft eine stabile Grundlage für weiteres Wachstum.
Sie möchten Ihre aktuelle Situation bewerten?
Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre bestehende SQL-Lizenzierung zu analysieren, zukünftige Bedarfe zu identifizieren und eine passende Strategie zu entwickeln.
Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen, welche Optionen für Ihre Systemlandschaft sinnvoll sind.